Donnerstag, 13. März 2008

kürzlich gesehen: zeitgeist

an mir ist der gesamte spuk bzw. internet-hype glücklicherweise vorübergegangen, erst jetzt gesehen. viel gibt es zu dem film nicht zu sagen, es sind eben die heute sehr gewöhnlichen verschwörungstheorien, geschichtsalternativen zum mainstream (wobei mir in diesem fall nicht mehr klar ist, was mainstream, was gegenströmung). die dokumentation hätte besser sein müssen, da sie interessante denkanstöße bieten könnte, doch machten mir viel leerlauf, unsinnig psychodelische bilder und die grausam manipulativ-antreibende musik den film zunichte (sehr 'clockwork orange'), abgesehen davon, dass super-über-alles-ist-böse- verschwörungen nicht meine welt sind. letzten endes erfährt man auch kaum wirklich neues (oder wahres). wobei ich den ersten teil (religion, ursprung des christentums) ganz amüsant fand.

wertung: 2.5 von 5 sternen.

links:
offizielle seite
wikipedia - zeitgeist the movie
the skeptic's dictionary

Dienstag, 11. März 2008

kürzlich gesehen: (john) rambo

vierter film einer serie des tötens im namen hollywood'scher popcornästhetik. mit seinen schablonen- menschen* und der exzessiven gewaltdarstellung ist es nur ein bedingtes vergnügen. und irgendwie ist der film durch julie benz' charakter auch eine kreuzung aus tarzan und king kong, mit einem hauch 'tränen der sonne'. durch slys geniales drehbuch auch noch ein bisschen 'apocalypse now redux' und 'robin hood' und und und

*bsp: der böse obermotz ist zwei einstellungen lang pädophil, als wäre er nicht schon genug arschloch für einen film. aber vielleicht dient dieses 'türeauf jungerein türezu türeauf jungeraus türezu' als charakterstudie des 'antagonisten', damit der gegner nicht allzu blass bleibt. - der humanitäre helfer ist ignorant gegenüber der tatsächlichen situation (sprich: du verwirkst dein leben kurz nach der grenze, und: ohne waffengewalt ändert sich gar nichts, wie rambo weiß) in burma. - stereotype söldner a la 'predator'

wertung: 2 von 5 sternen.

links:
offizielle seite
rottentomatoes - rambo
wikipedia - myanmar (burma)

Montag, 10. März 2008

mario [i]

vater, damals papa, drehte sich zu mir, der ich neben ihm am tisch stand; dies tat er in jenen jahren bei seinen belehrungen gelegentlich. ich tat es in jenen jahren mit meinen kindgerechten wünschen häufig, vielleicht täglich, bis ich [...] sein linker ellenbogen drückte gegen die stuhllehne, die dazu passende hand ruhte auf dem knie, der andere ellenbogen auf dem küchentisch stützte den rechten arm ab, ließ ihn etwas zittern. die rechte hand kreiste vor meinem gesicht, also kreiste auch die nicht abgebrannte zigarette nah am rechten oder linken auge, hin und her & viel zu nah, als er mich belehrte, mir etwas sehr wichtiges beibrachte: "wenn du stirbst, wird gott über dich richten. wie er über alle richtet, wie er über deine mutter schon gerichtet hat, wie er über mich richten wird. gott wird sich dein leben ansehen, alles leben sieht er jetzt schon, wenn er’s nicht missachtet, ja? der herr wird es sich ansehen, in all den kleinen details und weißt du, was er vor allem sehen wird aus deiner kindheit, mario?" ich wusste die antwort, papa & vater hatten eine ähnliche schelte schon - "er wird sehen, wie du in jeder freien minute deiner kindheit in der nase gebort hast, mario. und danach wird er sich richten und dich richten." ich blieb still und achtete auf die abbrennende zigarette und die asche, die nicht abfallen wollte.

- - -
[c] richard duraj

Sonntag, 9. März 2008

zuerst die szenerie

zuerst die szenerie aus zigaretten im schnaps
glas neben den stehenden den in schatten geschnittenen
winkeln in einer hüftberührung als vertriebene
zeit auf einer veranda sangen sie soylent grün ist

menschenfleisch kurz vorm gewitter formlos
in altem licht das älter wurde sangen sie kaum mehr
& mehr ein geflüstertes echo herbei wie ein zittern
ungenauer als der kuss oder jene linie über den sparren

- - -
[c] richard duraj

Samstag, 8. März 2008

moloko - the time is now [i]

sieht man sich das musikvideo zur moloko-single bewusst ohne ton an, wird das schauen, beobachten - trotz nicht weniger schnitte zur richtigen zeit - bald unerträglich; die geduld verlässt einen. das ist die wichtige erkenntnis, die ich aus einem solchen verzicht gewinnen konnte: ohne antreibende musik durch schlagzeug, klavier und gitarre und den dynamisch-mehrstimmigen refrain würde dieses video seine kraft nicht entwickeln.

nun, was steht im vordergrund? vielleicht ist es róisín murphys wandlung von der zugekniffen- zurückgezogenen zu einer mutigen entgegenseherin, die durch das lied dem licht, sprich einer gewissen vision des augenblicks, einer ahnung des aufstiegs (meeresspiegel - bergspitzen - über den wolken) gewahr wird - hier fließen übrigens zum ersten und letzten mal refrain und murphys strophen zusammen. - ob dies zu beeindrucken weiß? nicht unbedingt, doch finde ich den aufbau des films gelungen und will mich nach und nach mit ihm auseinandersetzen.
das lichtmotiv, die stetige aufhellung der räume oder besser: von murphy und dem fenster und der extras (band, instrumente), zieht sich von anfang bis ende durch. dreimal begegnet die sängerin diesem licht, zuerst, ziemlich früh, nur neugierig bemerkend bzw. genießend, da von einer kalten zur warmen beleuchtung gewechselt wird. gegen mitte des songs wird dieses licht zu viel für murphy, sie kneift die augen zu, gleich darauf kauert sie überwältig (verwundet?) am boden. beim dritten mal kann sie diesem licht (für was dieses jetzt genau stehen soll, beantworte ich vielleicht ein anderes mal) mit aufgerissenen augen entgegentreten, die vision annehmen, sich dem augenblick hingeben. doch auch danach ist es noch zu viel, die sängerin muss sich auch hier erholen. gewonnen ist die erkenntnis, die eigentlich schon so häufig im lied zu hören war: let's make this moment ... last. und dunkelheit umgibt murphy am ende, nach den letzten tönen.

- - -
soviel für heute zu moloko.

jl

- - -

nachtrag: man kann sich natürlich fragen: wozu dies? ich sehe es als annährung ans sehen, auch eine übung darin, darüber zu schreiben.

wieder von vorne.

sich also wieder an den anfang setzen, dachte ich mir gestern abend bei einem gespräch mit _VEL über das beenden älterer kapitel. der ab- & verschluss dieser letzten gelegentlichen jahre - ich will keine retrospektive betreiben, nicht unbedingt, da ich neu ansetze - wird zuerst einmal gut tun.

was wird hier stehen?

beobachtungen zu filmen, musik. literatur, wenn ich kann. lässt es sich nicht mehr vermeiden, ein paar eigene gedichte, eigene kurzgeschichten. alltagsbetrachtungen als müßiges muss, wer weiß. dann und wann ein link.

dies für den anfang.

jl.

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_vel - 8. Mrz, 19:42

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